Meist sucht man sich einen Kaffee aus.
Manchmal sucht sich ein Kaffee seinen Röster aus. Zumindest fühlt es sich so an.
Vor einigen Wochen erst im Röstorium angekommen, landet bei uns erstaunlich oft Rwanda in der Mühle. Nicht weil wir es beschlossen hätten, sondern weil wir beide immer wieder zu ihm greifen.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Ich freue mich schon, wenn ich den Rohkaffee in den Röster fülle. Er ist außergewöhnlich sauber aufbereitet. Die Bohnen sind sehr gleichmäßig, sorgfältig sortiert und getrocknet. Für einen Röster ist das ein Geschenk. Solche Kaffees verhalten sich während der Röstung berechenbarer und geben mehr Freiheit, die feinen Eigenheiten ihres Charakters herauszuarbeiten.
Christine interessiert das alles herzlich wenig.
Sie trinkt einfach gerne Kaffee.
Vielleicht ist das das schönste Kompliment, das ein Kaffee bekommen kann.
Der Röster freut sich über das, was vor der Röstung sichtbar ist.
Die Kaffeetrinkerin über das, was später in der Tasse ankommt.
Mehr muss ein Kaffee gar nicht sein.
Detlef - Dr. Kaffees Röstorium
26. Juli 2026