Fragen & Antworten

Kopi Luwak oder Katzenkaffee

Nachdem ich in den letzten Tagen öfters auf den teuersten Kaffee der Welt, den Kopi Luwak oder Katzenkaffee, angesprochen wurde, möchte ich gerne hier für alle Interessierten eine Antwort geben.

Die Kurzversion:

Wir werden diese „Kaffeespezialität“ nicht in unser Programm aufnehmen.

Die schockierende Version

in einem kurzen Video von PETA:

Die lange Version:

Der Kopi Luwak ist eine „Kaffeespezialität“ aus Indonesien und ist, wenn er von den Philippinen stammt, auch unter dem Namen Kape Alamid oder wie auch in Äthiopien als Civet Coffee bzw. Zibet-Kaffee bekannt.

Es handelt sich hierbei um die im Kot einer Schleichkatzenart (des Fleckenmusangs) gefundenen Kaffeebohnen. Diese wild lebenden, hauskatzengroßen Baumbewohner ernähren sich unter anderem von reifen Kaffeekirschen. Sie können aber nur das Fruchtfleisch verdauen, und so finden sich die Kerne dann in dem „was hinten raus kommt“ wieder.

Schon 1883 wurde der Kopi Luwak von Alfred Brehm in seinem „Brehms Thierleben“ beschrieben. Die Exkremente wurden von der einheimischen Bevölkerung gesammelt, gewaschen, leicht geröstet und getrunken, da der damals sehr wertvolle und mühsam angebaute Plantagenkaffee ausschließlich für den Export bestimmt war.

Der etwas „spezielle“ Geschmack dieses Kaffees – oft als erdig, moorig, sirupartig und gehaltvoll beschrieben – sowie der Medienhype durch den Hollywood-Film „Das Beste kommt zum Schluss“ ließen den Kopi Luwak zum hochpreisig gehandelten „Raritätenkaffee“ werden. Es konnten nur geringe Mengen gesammelt werden, und damit stieg der Preis bei wachsender Nachfrage immer weiter an.

Um diesen Markt zu bedienen, werden inzwischen Zehntausende dieser bewegungsintensiven Wildkatzen gefangen, in winzige Käfige gesperrt und mit billigsten Kaffeekirschen zwangsgefüttert. Oft wird dieser Kaffee trotz Kontrollversuchen als „wild gesammelt“ verkauft.

Geschätzt werden weltweit um die 700 kg pro Jahr wild gesammelt, aber alleine in Deutschland wurden 2009 ca. 420 kg zum Verkauf angeboten. Es ist dabei schwer abzuschätzen, wie genau diese Zahlen sind. Der Unsicherheitsfaktor ist nicht nur die produzierte Menge, sondern auch die „wunderbare“ Vermehrung durch „Veredler“ wie Kaffeeröster und Verkäufer. So habe ich letztes Jahr in Deutschland einen Kaffee gefunden, der immerhin 6% echte Kopi-Luwak-Bohnen in einer Kaffeemischung enthielt und den Namen „Original Kopi Luwak“ trug…

Abschließend anmerken möchte ich noch, dass der Fleckenmusang ein meist nicht wirklich gerne gesehener Gast der Kaffeebauern und Platagenbesitzern ist. Ernährt er sich in freier Wildbahn doch vorwiegend von den schönsten und reifsten Kaffeekirschen. Bei einem Export von 11,7 Millionen 60-kg-Säcken Rohkaffee im Jahre 2013 allein aus Indonesien hält sich der wirtschaftliche Schaden jedoch wohl eher in Grenzen 🙂

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